Gianna (@giannasophie)

December 7, 2016

Hallo Gianna!

Danke, dass du dir die Zeit nimmst und dir meine Fragen vornimmst, sie zu lesen und zu beantworten.

Bevor wir aber mit den Fragen starten, möchte ich dich kurz bitten, dich vorzustellen!

Hallo! Mein Name ist Gianna Sophie und ich bin 21 Jahre alt. Ich komme aus der Nähe von Augsburg, studiere Psychologie und habe 4 Katzen.

 

Wie bist du zum Pole Dance gekommen?

Eine sehr gute Freundin (und meine jetzige Pole Partnerin) erzählte mir, dass sie in der Tanzschule in der sie Streetdance macht auch Pole anbieten und wir haben beschlossen das einfach mal auszuprobieren. Ich hatte zuvor absolut keine Ahnung was Pole ist und gehörte zu den Menschen die dachten, dass man da eh nur ein bisschen um eine Stange laufen müsste. Ich wurde sehr schnell desillusioniert.

 

Seit wann hat dich das Pole-Fieber gepackt?

Begonnen habe ich im Mai 2014 und war von der ersten Sekunde an süchtig. Wirklich intensiv trainiere ich aber erst seit Januar 2015.

 

Wie oft trainierst du die Woche?

Fast täglich, wenn man Stretching dazuzählt. Ohne Pole fehlt einfach was.
Wie oft dehnst du dich?

Nicht oft genug. Anfangs habe ich mich ca. zwei mal pro Woche intensiv gedehnt und tolle Fortschritte gemacht. Leider habe ich es dieses Jahr etwas schleifen lassen, möchte mich aber wieder mehr dehnen.

Fällt es dir schwer dich zu dehnen?

Leider ja. Ich bin von Natur aus so gelenkig wie die Pole selbst. Nämlich gar nicht. Deshalb hat es mich überrascht, wie sehr ich mich durch intensives Stretchen verbessern konnte. Und wenn ich das schaffe, kann das jeder schaffen.

Wie viel Zeit steckst du in dein Training (Pole/Stretching)?

Ganz unterschiedlich. Von nur kurz mal ein Foto machen bis den ganzen Tag an der Pole bzw. mit Tanzen und Stretchen verbringen ist alles vertreten. Manchmal gibt es Wochen da will man einfach gar nichts tun und manchmal kann man nicht mehr aufhören.

 

 

Wie ist dein Training aufgebaut?

Zuhause mache ich erst mal die Musik an und beginne mich aufzuwärmen. Wenn ich warm bin mache ich meistens ein paar Spins oder tanze ein bisschen Freestyle um die Pole warm zu bekommen. Danach lege ich richtig los. Meistens habe ich auf dem Handy einen Screenshot von einer Figur oder ein Video von einer Combo gespeichert die ich lernen möchte und dann wird so lange geübt und variiert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Meistens orientiere ich mich bei der Auswahl der Elemente an meinem Körper. Ist heute ein Krafttag? Ein guter Splittag oder ein guter Rückentag? Habe ich heute guten Grip? Je nachdem richte ich mein Training aus bzw. wähle eine passende Figur/Combo. An einem schlechten Krafttag Deadlifts zu üben wäre einfach nur frustrierend. So lasse ich mich auf meinen Körper ein und habe dadurch mehr Erfolge.

 

Studiogänger oder Selbstbeigebracht?

Beides. Ich habe im Studio begonnen und dann quasi ab dem Invert die Sache selbst in die Hand genommen.

Studio: Erzähle kurz den Trainingsaufbau im Studio! Wie heißt das Studio in dem du trainierst?

Das Studio in dem ich trainiere ist das DA.F.U.N.K in Augsburg. Dort wird fast ausschließlich in Form von Choreografien unterrichtet. Das ist vor allem anfangs wirklich super, weil man nicht nur einzelne Elemente lernt, sondern auch gleich eine Ahnung davon bekommt, wie man sie verbinden kann. Das heißt zuerst wärmen wir uns auf und dann wird an der Choreographie und den darin enthaltenen Elementen gearbeitet.

 

Was hälst du vom selbstbeibringen im Pole Sport?

Es hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind ganz klar die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten und geringere Kosten. Doch leider kommt die Sicherheit zuhause oft zu kurz. Ich selbst musste auch erst einmal aus dem Crossed Knee Release fallen um das zu verstehen. Seitdem habe ich Matten. Auch überschätzt man sich leicht und mutet dem Körper oftmals zu viel zu bzw. verwendet falsche Technik und hat so ein höheres Verletzungsrisiko. Obwohl ich mir Pole großteils auch selbst beigebracht habe, finde ich eine gesunde Mischung aus Studio und eigenständigem Training am sinnvollsten finde.

 

Selbst: Über welche Medien beigebracht?

Anfangs mit YouTube, später durch Instagram.

 

Gehst du noch zusätzlich in ein Fitnessstudio oder betreibst du noch andere Sportarten?

Momentan nicht. Allerdings tanze ich schon seit meinem dritten Lebensjahr und habe als Kind täglich Ballett trainiert, diese Basis hilft mir auch beim Pole.

 

Was fasziniert dich am Pole?

Pole kombiniert Tanzen mit Kraftsport und bietet immer neue Herausforderungen.

Choreographie, Freestyler oder lieber Pole Tricks?
Highheels oder lieber doch barfuss?

Barfuss.

Am liebsten tanze ich Freestyles, dazu muss ich allerdings in der richtigen Stimmung sein und das richtige Lied finden. Leider vergesse ich dabei auch oft, dass man an der Pole auch nach oben kann und rolle die ganze Zeit auf dem Boden herum.

 

Hast du Vorbiler, die dich bei deinem Sport inspirieren?

Nenne bitte mindestens ein Vorbild und schreibe kurz, was dich an ihm fasziniert.

Eigentlich nehme ich mir nie Vorbilder sondern versuche so gut es geht meinen eigenen Weg zu finden. Trotzdem hat Natasha Wang einen ganz besondern Platz in meinem Poleherz, da es einer ihrer Auftritte war, den ich relativ am Anfang meiner „Polekarriere“ auf YouTube gesehen habe und der für mich ausschlaggebend war diesen Sport intensiv zu trainieren. Sie kann extrem schwere Elemente leicht aussehen lassen und legt dabei noch sehr viel Gefühl und Ausdruck in ihre Performance. Im Pole Camp Dubai durfte ich sie dann persönlich kennen lernen und bin auch von ihrer angenehmen Persönlichkeit begeistert!

 

Was treibt dich beim Training an?

Ehrgeiz und Disziplin. Als ich zwei Jahre alt war nahm mich meine Mutter mit zu einem Kindertheaterstück im Stadttheater Augsburg. Meine Reaktion mit Blick zur Bühne: “Da will ich auch hin!“ Im Alter von 7 Jahren habe ich zum ersten mal im Stadttheater Augsburg getanzt.

Ehrgeiz und Disziplin zahlen sich aus.

 

Hast du ein Motto, wie du dich Motivieren kannst bzw. wie du andere motivierst?

Wieder Ehrgeiz, wenn man etwas will dann kann man es auch bekommen.

 

Hat dich schon mal etwas sehr frustriert am Pole?

Hyperhidrose. Leider musste ich, als ich mit Pole angefangen habe feststellen, dass meine Hände dauernd schwitzen und im Gegensatz zu allen anderen konnte ich nicht mehr als eine Figur bzw. damals Basic Spins am Stück machen. Es war extrem frustrierend und hat knapp ein Jahr gedauert bis ich herausgefunden habe, dass es an einer genetischen Schweißdrüsenerkrankung liegt und dann noch eine passende Therapiemöglichkeit gefunden habe. Mittlerweile sind meine Hände bei regelmäßiger Therapie fast ganz normal, aber an schlechten Tagen denke ich immer daran zurück wie übel es am Anfang war und dass mir vom Arzt gesagt wurde, dass Pole wahrscheinlich nie möglich wäre und bin stolz auf mich.

 

Hast du dich schon einmal sehr verletzt sodass du dein Training ausfallen lassen musstest bzw. eine Pause einlegen musstest?

Leider ja. Relativ zu Beginn meiner „Polekarriere“ noch bevor ich angefangen habe zuhause täglich zu trainieren habe ich mir beim üben des Split Grips eine Knochenhautentzündung geholt. Anfangs dachte ich das ist nur eine Überlastung und geht von selbst wieder weg, als das aber nicht der Fall war bin ich nach einem halben Jahr Schmerzen doch zum Arzt und habe unter anderem eine zweiwöchige Pause verordnet bekommen. Obwohl es danach besser wurde, merke ich die Entzündung auch heute noch bei bestimmten Figuren.

 

Nenne deinen absoluten Lieblingstrick!

Jade Split, dicht gefolgt vom Dragontail.

 

An welchem Pole Trick arbeitest du gerade?

An ca. 200 gleichzeitig!
Mein absolutes Traumziel ist der Rainbow Marachenko, aber da will der Rücken noch nicht so ganz mitmachen. Mit ein bisschen Hilfe komme ich allerdings schon rein, auch wenn ich ihn selbst noch nicht halten kann und er noch lange nicht schön aussieht.

 

Wie bringst du dir neue Tricks bei?

Video anschauen. Versuchen. Merken, dass ich es nicht verstanden habe. Nochmal anschauen. Wieder versuchen. Ein bisschen weiter kommen. Nochmal anschauen. Probieren. Fluchen. Und dann das ganze von vorne bis es klappt.

 

Und welcher Trick hat dich zur Weißglut gebracht?

Noch vor den klassischen Übeltätern Titanic und Janeiro ganz klar auf der Nummer 1: Marion Amber. Tutorials analysiert, Youtubevideos geschaut und bestimmt 100 verschiedene Wege in die Figur überlegt und trotzdem will sie mir nicht wirklich gelingen. Bis jetzt hat sie nur einmal geklappt ... leider in die falsche Richtung und deshalb auf dem Video nicht erkennbar. Sehr sehr ärgerlich.

 

Wie lange hast du ungefähr gebraucht bis er halbwegs gesessen hat?

Sitzt immer noch nicht. Ich tippe auf Jahrzehnte.

 

Wie sieht für dich der perfekte Pole-Tag aus?

Jeder Tag ist der perfekte Pole-Tag!

Aber eine Kombination aus gutem Grip, Krafttag und Flexitag wäre wohl optimal.

 

Hast du schon einmal an einem Wettkampf/Meisterschaft/Contest/etc teilgenommen?
Wenn ja, welche und was hast du da für Erfahrungen gesammelt?

Ja, an 2 bis jetzt, einmal alleine und einmal im Double.

Im April habe ich an der Casino Seefeld Trophy teilgenommen und es hat mir sehr gut gefallen! Es waren viele nette Mädels dabei mit denen ich teilweise auch jetzt noch Kontakt habe. Außerdem war man in der Choreographie und Musikwahl komplett frei und konnte sehr kreativ sein!

Im August war ich zusammen mit meiner Doublepartnerin Sarah bei Steel on Fire. Dort hat es uns auch sehr gut gefallen. Der Wettbewerb war um ein vielfaches größer als die Casino Seefeld Trophy aber dennoch waren alle sehr freundlich und es gab sogar in schriftlicher Form ganz konkretes und persönliches Feedback von der Jury.

Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Zuerst wähle ich die Musik aus. Sie bildet für mich den Grundstein einer Choreografie und hat deshalb für mich oberste Priorität. Mit der eigentlichen Choreografie bin ich recht schnell, da ich für Wettbewerbe meistens keine neuen Tricks lernen möchte sondern Combos verwende die ich bereits kann. Deshalb schneide ich alte Videos auf die neue Musik zusammen bis mir das Gesamtbild gefällt. Die fehlenden Übergänge oder leeren Parts fülle ich dann nach und nach indem ich Freestyles tanze und die guten Ideen übernehme.

Dann heißt es üben üben üben!

 

Umstrittenes Thema! Was hälst du von Pole Dance für Kinder?

Find ich gut! Wenn ein Kind das gerne machen würde warum nicht?

 

Du bist bei Instagram sehr aktiv!
Was beeinflusst dich auf dieser Plattform zu posten?

Anfangs war Instagram meine Motivation neue Tricks zu lernen, weil ich immer etwas Neues zeigen wollte und so habe ich extrem schnell sehr viel Neues gelernt. Dadurch habe ich auch sehr schnell viele Follower bekommen und vor allem auch tolle Mädels aus der Pole Community dort kennen gelernt. So macht es einfach Spaß meine Fortschritte zu teilen und sich gegenseitig zu inspirieren.

 

Was denkst du, bist du eine Art Vorbildfunktion für manche Instagramer oder auch andere Personen?

Mittlerweile denke ich schon, dass ich einige Personen inspirieren kann.

Im Pole Camp unterhielt ich mich zum Beispiel mit einer Trainerin aus einem anderen Studio in Dubai und sie erzählte, dass sie in ihrem Studio manchmal meine Combos unterrichtet.

Das war ein tolles Gefühl.

 

Was sagen deine Familie/Freunde/Bekannte zu deiner Leidenschaft?

Nachdem ich ein paar Videos und Bilder gezeigt habe, waren alle begeistert und manchmal wäre ein bisschen weniger Begeisterung sogar angebrachter.

Eine Bekannte stellte mich kürzlich ihrem Sohn mit den Worten „Das ist die Gianna, die tanzt an der Stange “ vor. Betretenes Schweigen.

Wie haben sie es damals aufgenommen als du es ihnen erzählt hast?

Zuerst die üblichen komischen Blicke, aber sobald man ein paar Bilder zeigt Begeisterung.

Vor allem meine Oma ist ein großer Fan und mein Opa hat sich sogar selbst mal an die Stange gehängt!

Hast du schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht?

Leider ja. Es gibt einfach Personen die Pole nicht als Sport sehen wollen/können.

Schade finde ich auch, dass manche Menschen, vor allem auf Facebook, kein Problem damit haben extrem beleidigend zu werden und das für absolut gerechtfertigt halten.

 

Vorurteile sind leider keine Seltenheit beim Pole Dance.
Mit welchen Vorurteilen wurdest du schon einmal konfrontiert?

Ich denke das Übliche: Kein Sport, das ist Strippen...etc.

 

Chrom / Edelstahlt / Messing / Puderbeschichtet oder lieber Silikon?

40 / 45 oder 50 mm?

Ich trainiere an einer 45mm Chrom Pole. Finde aber auch die 40mm sehr gut.

Da ich außer Chrome und Edelstahl noch keine Erfahrungen gemacht habe, kann ich die anderen Materialien nicht beurteilen.

 

Auf welches Gripmittel schwörst du?

Dry Hands!!!!

 

Wenn du eine Stange zu Hause hast.

Wie hast du deinen Pole-Bereich eingerichtet?

Ich habe das Wohnzimmer so genommen wie es ist und alles möglichst weit von der Pole weggerückt. Allerdings war es ein langer Kampf bis ich eine Hälfte des Wohnzimmers fürs Pole benutzen durfte. Zuvor stand die Stange in meinem Zimmer. Mit einem Radius von ca. 1,10 (viel zu wenig!!!) und Dachschräge. Ich weiß nicht wie ich dort früher Spinning Combos machen konnte!

Wann hast du den Entschluss gefasst dir einen eigenen Bereich zu erschaffen?

Als mir klar wurde, dass einmal die Woche Training nicht genug ist.

 

Was hälst du von Aerial Silk oder Aerial Hoop?

Schon mal ausprobiert?
Wenn ja, wie hat es dir gefallen?

Ja, hatte jeweils eine Probestunde.

Sehr gut! Wenn der Platz da wäre würde ich mir als Abwechslung zum Pole auf jeden fall einen Hoop aufhängen. Silks wäre mir ohne Kurs zu gefährlich.

 

Wenn du im Lotto gewinnen würdest, was würdest du dir davon als erstes leisten?

Ein schönes Haus mit extra Polezimmer natürlich.

 

Hast du Ziele für 2017?

Besser werden, mehr Wettbewerbe tanzen und viel Spaß am Sport haben.

 

Was hälst du von Pole-Camps?

Wenn ja, welches Camp war es und wie waren deine Erfahrungen dazu?

Finde ich super!

Diesen März habe ich das Pole Camp Dubai besucht und es war perfekt! Eine Woche lang konnte ich dort von Natasha Wang, Bendy Kate und den Pole Fit Dubai Trainern tolle neue Combos und Figuren lernen, zusätzlich noch Aerial Silk ausprobieren und es gab Stretching und Acroyoga Stunden. Am liebsten würde ich nächstes Jahr wieder hinfliegen, aber mal sehen was die Uni und der Geldbeutel dazu sagen.

 

 

Wenn du dein bisheriges Leben beschreiben würdest, wie würden deine persönlichen Highlights (und vielleicht auch deine Hürden) in Pole Tricks aussehen?

Wahrscheinlich wäre mein Leben ein sehr chaotischer emotionaler Freestyle.

 

Kontakt:

                 https://www.instagram.com/giannasophie/

 

 

 

 

 

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