Philipp (@philippmerhof)

Hallo Philipp!

Danke, dass du dir die Zeit nimmst und dir meine Fragen vornimmst, sie zu lesen und zu beantworten.

Wie bist du zum Pole Dance gekommen?


Wie bist du darauf aufmerksam geworden?

Pole Dance hat mich schon immer fasziniert. Sei es auf dem Spielplatz an den Feuerwehrstangen oder wenn man Tänzer im Fernsehen gesehen hat. Als meine Schwester dann eine Stange geschenkt bekommen hatte, weil sie mit Pole Dance anfangen wollte, war das meine Chance: Während sie keine Disziplin hatte und schnell aufhörte, nutzte ich die Stange bis sie irgendwann dann in meinem Zimmer stand.

 

Seit wann hat dich das Pole-Fieber gepackt?

Das war im Februar 2012.

 

Wie oft trainierst du die Woche? 


Wie oft dehnst du dich?

Fällt es dir schwer dich zu dehnen?


Wie viel Zeit steckst du in dein Training (Pole/Stretching)?

Ich muss natürlich wie viele andere auch gestehen, dass ich meine Hochs und Tiefs habe. In der Regel unterscheide ich zwischen Training an der Pole und intensivem Stretching – an der Pole 3-4 mal die Woche, Stretching im Sommer 4 mal die Woche, im Winter kann es mal etwas weniger sein. Dehnen fiel mir nie sehr schwer, was aber auch daran lag, dass ich es wirklich wollte bzw. will. Ich hatte und habe Schmerzen wie jeder andere, allerdings weiß ich, wofür ich sie aushalten muss. Deshalb dehne ich schon mal an die 2 Stunden, um wirklich Erfolge zu sehen. Das Training an der Pole kann zeitlich ganz unterschiedlich ausfallen – manchmal habe ich nach 30 Minuten alles gegeben, weil ich nur Kraftsachen mache, manchmal geht es ebenfalls bis zu 2 Stunden, wenn ich z.B. an Figuren feile.

 

Wie ist dein Training aufgebaut?

Das kommt darauf an, woran ich arbeiten möchte. Somit stelle ich mir zuerst diese Frage. Allgemein kann man dann sagen: Aufwärmen, leichtes Dehnen, ran an die Pole! Ich versuche schon darauf zu achten, keine gegensätzlichen Dinge zu trainieren. Es bringt nicht viel, an einem Tag nur Kraftfiguren auszuführen und dann noch seine Schulter flexibler machen zu wollen. Balance auf die Woche verteilt – habe ich für mich festgestellt – ist extrem wichtig.

 

Studiogänger oder Selbstbeigebracht? 
Studio: Erzähle kurz den Trainingsaufbau im Studio! Wie heißt das Studio in dem du trainierst?

Was hälst du vom selbstbeibringen im Pole Sport?

Selbst: Über welche Medien beigebracht?

Ich war passionierter Self-Learner über Youtube und Bilder, weil ich anfangs keine andere Möglichkeit hatte. Ich habe also viel experimentiert! Als ich dann 2013 nach Mainz zog, blieb dies für lange Zeit so bestehen. Ich war eine Zeit lang in einem Studio, bei welchem ich zwar einiges gelernt habe, aber am besten lerne ich für mich, indem ich selbst herumprobiere, mit Freunden trainiere oder eben Privatstunden bei den großen Stars buche. Allerdings denke ich, dass dies nicht auf jeden zutreffen kann. Manche Leute brauchen einen Lehrer, der ihnen ganz genau den Weg ebnet und sie heranführt. Ich brauchte dies nicht essentiell, auch wenn mir ein Arschtritt von meiner „Pole Sister“ mal ganz gut tut.
Letztendlich muss auch gesagt werden, dass Self-Learner definitiv ein höheres Verletzungspotential haben, jedoch haben sie auch einen Vorteil: Man lernt, sich selbst besser einzuschätzen und entwickelt ein anderes Gespür für die Pole. Man nimmt sich auf, schaut sich die eigenen Videos oft an, muss lernen selbstkritisch zu sein – das fehlt leider vielen.

 

Gehst du noch zusätzlich in ein Fitnessstudio oder betreibst du noch andere Sportarten?

Ich habe zusätzlich Ballett gemacht, finde aber durch den neuen Beruf und das Studium momentan keine Zeit. Hoffentlich ändert sich das wieder, wenn sich alles eingependelt hat.

 

Was fasziniert dich am Pole?

Wenn man viel reinsteckt und sich Mühe gibt, wird man belohnt. Und dieses Gefühl, etwas geschafft zu haben, wovon man schon so lange träumt - das ist das, was Pole Dance für mich so wichtig macht.

 

Choreographie, Freestyler oder lieber Pole Tricks?

Highheels oder lieber doch barfuss?

Ich bin vermutlich das schlechteste Vorbild für alle Tänzer... Ich brauche eine Choreographie, aber ich habe für meine Wettkämpfe noch nie eine komplett durchgetanzt bis an dem Tag, an welchem ich auf der Bühne stand. Choreographien zu trainieren ist etwas ganz anderes und man darf sich nicht nur darauf aufgrund von Auftritten usw. konzentrieren, sonst bleibt man stehen. Dennoch reicht es auch nicht, nur Tricks zu trainieren und diese dann nicht verbinden zu können. Es braucht also ein gutes Mittelmaß.

Ich persönlich bevorzuge barfuß, wobei ich im Training auch gern die Socken anlasse.

 

Hast du Vorbilder, die dich bei deinem Sport inspirieren?

Nenne bitte mindestens ein Vorbild und schreibe kurz, was dich an ihm fasziniert.

Ich habe so viele Vorbilder! Aber ich glaube, ich weiß, wen ich nennen möchte: Lea Roth, meine oben schon erwähnte „Pole Sister“. Lea ist für mich eine ganz besondere Person und ihr Tanzen fasziniert mich immer wieder – kraftvoll und dennoch weich, so flexibel. Ich liebe diese Ambivalenz. Außerdem ist sie einfach verdammt gut in High Heels und im Twerken – sie hat so viele Facetten, das haut einen einfach um!

 

Was treibt dich beim Training an?

Wenn ich mal wieder auf Facebook bin und in meiner Timeline sehe, was andere wieder erreicht haben. Klingt zwar hart, aber das spornt an. Umso schlimmer, wenn man verletzt ist und nicht trainieren kann. Dann sollte man Facebook lieber meiden, sonst wird man depressiv.

 

Hast du ein Motto, wie du dich Motivieren kannst bzw. wie du andere motivierst?

Wenn ich Trainer bin, schaffe ich es irgendwie immer, Leute zu motivieren – wie genau, weiß ich auch nicht. Ich zeige einfach den Spaß am Pole, bin lustig drauf und dann klappt das schon. Selbst motivieren kann man sich gut, indem man einfach neue Ziele sucht.

 

Hat dich schon mal etwas sehr frustriert am Pole?

Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Es frustriert, wenn etwas nicht klappt, obwohl man wochenlang trainiert. Aber am meisten frustriert es, wenn man nicht richtig trainieren kann aufgrund von Verletzungen.

 

Hast du dich schon einmal sehr verletzt sodass du dein Training ausfallen lassen musstest bzw. eine Pause einlegen musstest?

Ja, nicht nur einmal. Und das kam auch erst dann, als ich angefangen habe, Pole Dance professioneller zu machen. Eigentlich habe ich mindestens einmal im Jahr etwas, was dafür sorgt, dass ich irgendetwas nicht machen kann. Momentan kann ich seit drei Monaten nicht dehnen, weil ich mich in den USA beim Dehnen verletzt habe – es war zu kalt in dem Fitnessraum, ich wurde nicht richtig warm und zack! Da war es passiert. Das ist eigentlich das Schlimmste, was einem physisch und psychisch bezogen auf Pole passieren kann: Sich zu verletzen.

 

Nenne deinen absoluten Lieblingstrick!

Bird of Paradise!

 

An welchem Pole Trick arbeitest du gerade?

Da ich ja nicht dehnen kann, mache ich gerade mehr Kraftfiguren. Ich versuche, eine Pole Clock so schön hinzubekommen wie meine Freundin Lea.

 

Wie bringst du dir neue Tricks bei?

Anschauen, analysieren, probieren!

Und welcher Trick hat dich zur Weißglut gebracht?

Spatchcock, und er tut es immer noch - da muss noch einiges perfektioniert werden...

 

Wie lange hast du ungefähr gebraucht bis er halbwegs gesessen hat?

Na ja, das waren dann gute anderthalb Jahre und er ist noch nicht so, wie ich ihn gern hätte.

 

Wie sieht für dich der perfekte Pole-Tag aus?

Jeder Tag kann ein perfekter Pole-Tag sein, solange man Zeit zum Trainieren findet, seine restlichen Aufgaben erledigt hat und ein Stück besser geworden ist.

 

Hast du schon einmal an einem Wettkampf/Meisterschaft/Contest/etc teilgenommen?


Wenn ja, welche und was hast du da für Erfahrungen gesammelt? 


Wie hast du dich darauf vorbereitet? 


Ja, und ich glaube, dass man darüber ein Buch schreiben könnte. Ich versuche es knapp zu machen: Jeder Wettkampf ist anders und man sollte sich ruhig mal ausprobieren, unabhängig davon, was man so über den ein oder anderen hört. Macht Euch euer eigenes Bild! Vielleicht findet man dann die Meisterschaft, die auf mich gut zugeschnitten ist. Und ja, Vorbereitung ist wichtig. Das fängt an mit der Musik. Ich stelle mir immer Figuren dazu vor, prüfe kritisch, ob das überhaupt machbar ist, probiere aus, trainiere dann die Figuren und versuche dann am Tag des Wettkampfes, das erste Mal das Ganze zusammenzubringen. Vermutlich kreischen die meisten jetzt, wenn sie das hören. Ich würde es eigentlich auch nicht weiterempfehlen. Der Grund dafür ist aber folgender: Ich setze mich zu sehr unter Druck, wenn ich dann im Training merke, dass es nicht ganz klappt, wie ich will – vor allem wenn es wenige Tage vorm Wettkampf sind. Dann improvisiere ich lieber auf der Bühne statt mir tagelang noch Gedanken zu machen, wie ich das retten könnte.

 

Umstrittenes Thema! Was hälst du von Pole Dance für Kinder?

Klar, warum nicht? Allerdings eine Sache, die ich durch Erfahrungen bei Wettkämpfen und auch als Trainer an viele Mütter da draußen sagen möchte: Fangt nicht an, Euch über Eure Kinder zu identifizieren. Es muss nicht das Allerbeste sein, es muss nicht immer gewinnen. Wenn ihr einen Olympiasieger wollt, dann geht zum Turnen oder zur rhythmischen Sportgymnastik, aber zerstört Pole Dance nicht mit diesem Stress.

 

Du bist bei Instagram sehr aktiv! 
Was beeinflusst dich auf dieser Plattform zu posten?

Das ist eigentlich eine gute Frage. Ich glaube, man kann bei Instagram besser zuschneiden, was man sehen möchte.

 

Was denkst du, bist du eine Art Vorbildfunktion für manche Instagramer oder auch andere Personen?

Ich weiß es nicht. Klar habe ich auch Fans, die es toll finden, dass ich für einen Mann mehr oder weniger flexibel bin. Aber man darf sich nie zu sehr mit anderen vergleichen (ich mache es auch zu oft) – macht es am besten nur mit Euch sich selbst!

 

Was sagen deine Familie/Freunde/Bekannte zu deiner Leidenschaft? 


Wie haben sie es damals aufgenommen als du es ihnen erzählt hast?

Unterstützen sie dich bei deinem Sport? 


Hast du schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht?

Meine Familie und Freunde stehen total hinter mir, man hat es super aufgenommen und ich werde unterstützt. Schlechte Erfahrungen habe ich natürlich schon gemacht, Vorurteile sind leider omnipräsent – zum Glück nicht in der Familie.

 

Vorurteile sind leider keine Seltenheit beim Pole Dance. 


Mit welchen Vorurteilen wurdest du schon einmal konfrontiert?

Dass ich immer schön die Beine spreize. Ja, stimmt auch, aber nur, um die volle Punktzahl bei „Flexibilität“ auf Wettkämpfen zu bekommen. Hat bisher auch immer ganz gut funktioniert.

 

Chrom / Edelstahl / Messing / Puderbeschichtet oder lieber Silikon?

40 / 45 oder 50 mm?

Ich habe diese goldene Stange von xPole, 45 mm.

 

Auf welches Gripmittel schwörst du?

Im Training reicht mir klassisches, flüssiges Magnesium, auf Wettkämpfen benutze ich ein für mich Besonderes: Liquid Grip heißt es.

 

Wenn du eine Stange zu Hause hast.

Wie hast du deinen Pole-Bereich eingerichtet?

Wann hast du den Entschluss gefasst dir einen eigenen Bereich zu erschaffen?

Der Entschluss kam, als ich wegen des Studiums umziehen musste. Ohne Stange geht nichts! Sie steht mitten im Raum, alles dreht sich um sie herum. Eigentlich ist meine Wohnung eh minimalistisch eingerichtet.

 

Was hälst du von Aerial Silk oder Aerial Hoop?

Schon mal ausprobiert?

Wenn ja, wie hat es dir gefallen?

Wenn nein, willst du es mal austesten?

Coole Sache, Silk habe ich schon mal gemacht, war echt nice, auch wenn die Reibung an den Händen schon etwas anderes ist. Hoop möchte ich unbedingt mal probieren!

 

Wenn du im Lotto gewinnen würdest, was würdest du dir davon als erstes leisten?

Vermutlich ein Auto, dann muss ich nicht ständig Bahn fahren, um Workshops geben zu können.

 

Hast du Ziele für 2017?

Meine Verletzung auskurieren und gucken, was mich so reizt. Ich sehe es entspannt, was nächstes Jahr angeht.

 

Was hälst du von Pole-Camps? 


Wenn ja, welches Camp war es und wie waren deine Erfahrungen dazu?

Ich war in Kroatien aufgrund eines Wettkampfes, welcher im Rahmen eines Camps veranstaltet wurde. Tolle Erfahrung, die internationale Community ist super!

 

Wenn du dein bisheriges Leben beschreiben würdest, wie würden deine persönlichen Highlights (und vielleicht auch deine Hürden) in Pole Tricks aussehen?

Highlights waren für mich Spagat am Boden und Spagat in der Luft. Das war immer mein Ziel, auch wenn ich noch lange nicht fertig bin – Überspagat geht zwar auch schon, aber der kann noch besser werden. Hürden... jede Art von Verletzung ist eine Hürde.

Kontakt:

                      https://www.instagram.com/philippmerhof/

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

  • Facebook - Weiß, Kreis,
  • Instagram - Weiß Kreis
  • Instagram - Weiß Kreis
  • Instagram - Weiß Kreis
  • Spotify - Weiß, Kreis,

© 2011 - 2019 // all pictures by Heretic-Art || Dark & Poledance Fotografie.
All right reserved.
Full credits, if necessary, are named on pictures seperately!

Proudly created with Wix.com

Elisa Weiß

13403 Berlin, Deutschland